FISSER BLOCHZIEHEN 2018 – Teil 2

Am 28. Jänner 2017 ist es wieder so weit. Das Fisser Blochziehen, eine der wohl ältesten und originellsten Fasnachtsbräuche im Alpenraum, wird wieder gefeiert. Dieser von den vorchristlichen Frühjahrs- und Fruchtbarkeitsfesten tradierte Brauch bietet allen Zusehern ein unvergessliches Schauspiel im alten Fisser Dorfkern. In unserer SHF Backstage Blochziehen-Serie möchten wir euch einen Einblick in diesen wundervollen Tiroler Brauch geben, welcher 2011 auch in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Österreich aufgenommen wurde.

Vor 2 Wochen haben wir euch schon mal einen Überblick über diesen Brauch gegeben. Alle Infos dazu findet ihr hier. 

In Teil 2 stellen wir euch den Obmann des Fisser Blochziehens und die Hauptfigur, den Bären, genauer vor. Wir haben die beiden zum Interview getroffen.

Interview mit Obmann Christian Kofler

Eine so große Veranstaltung bedarf einer langjährigen Organisation, vieler helfender Hände und eines starken Zusammenhalts. Dafür sorgt unter anderem der Obmann des Fisser Blochziehens, Christian Kofler. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern und fast der gesamten Fisser Bevölkerung organisiert er das Fisser Blochziehen, das Kinderblochziehen und alle weiteren Dinge rund um diesen Brauch. Wir haben ihn ins Schlosshotel Fiss eingeladen, um in einem Interview alles rund um das Blochziehen zu erfahren.

xy

SHF: Hallo Christian, erkläre unseren Lesern bitte kurz die Hintergründe des Fisser Blochziehens. Seit wann gibt es diesen Brauch und welche Bedeutung hat er?

Christian: Dieser Brauch hat schon eine sehr lange Tradition und ist ein wesentlicher Bestandteil der Fisser Geschichte. Vor allem in früheren Jahren hatte er eine sehr große Bedeutung für die Bevölkerung. Man muss sich vorstellen, dass vor dem Tourismus das Leben sehr hart war. Die Menschen lebten fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Da ist natürlich so ein Brauch, der den Frühling und die Aussaat auf den Feldern einläuten soll, besonders wichtig. Dies wurde schon bei den Urmenschen gefeiert. In Fiss hat man sich vor allem 1909, nach den napoleonischen Kriegen, wieder darauf besinnt.

SHF: Welche Bedeutung hat das Blochziehen für Fiss und die Region?

Christian: Neben der „religiösen“ und „spirituellen“ Bedeutung einer Fasnacht ist diese Veranstaltung vor allem touristisch ein wichtiger Bestandteil des Ortes Fiss und der Region Serfaus-Fiss-Ladis. Unzählige Besucher strömen in das Dorf und feiern gemeinsam mit der Bevölkerung. Im Jahre 2011 wurde das Fisser Blochziehen auch in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Österreich aufgenommen. Das macht uns natürlich besonders stolz.

SHF: Wer spielt die Figuren beim Fisser Blochziehen und wie werden diese ausgewählt?

Christian: Die Figuren werden im Ausschuss des Vereins diskutiert und dann ausgewählt. Grundsätzlich muss die Rolle auch zum Träger passen. So brauchen wir große, starke Männer für den Bären und den Miasmann. Der Bajatzl muss flink und fit sein. Außerdem braucht er akrobatische Fähigkeiten. Die Schallner dagegen müssen besonders ausdauernde Männer sein. So werden die Figuren den jeweiligen Stärken der Träger angepasst.

SHF: Warum gibt es das Fisser Blochziehen nur alle 4 Jahre?

Christian: Die Organisation ist sehr aufwendig und braucht viel Zeit. Zusätzlich veranstalten wir ja auch alle 2 Jahre das Kinderblochziehen. Um diese beiden Veranstaltung möglichst gut zu organisieren, haben wir uns für diese Abstände entschieden. Außerdem darf man nicht vergessen, dass wir mitten in der Wintersaison stecken.

Interview mit dem Bären

Alle 4 Jahre gibt es eine Leitfigur, die beim Blochziehen präsentiert wird. Im Jahre 2018 ist diese der Bär. Wir haben mit dem Darsteller, dem Fisser Markus Schmid, gesprochen.

SHF: Hallo Markus, was hat es mir der „Hauptfigur“ auf sich?

Markus: Alle 4 Jahren wählen wir im Ausschuss eine andere Leitfigur. Diese wird dann bei allen Werbemaßnahmen präsentiert und sie spielt eine Art „Hauptrolle“ beim Blochziehen selbst.

SHF: Welche Rolle spielt der Bär im Allgemeinen?

Markus: Er ist ein Symbol der Fruchtbarkeit, wird vor dem ersten Anstieg eingefangen und vor den Bloch gespannt, um ein ungehindertes Fortkommen zu sichern. Das Bändigen des Bären bedeutet auch das Besiegen der Naturgewalten, sprich Winter, Kälte, Frost und Eis.

SHF: Wie bist du zu der Rolle gekommen?

Markus: Da ich ja doch sehr groß bin, wahrscheinlich einer der größten Fisser (Anmerkung durch das SHF Backstage Team), eigne ich mich recht gut für diese Rolle. Der Bär sollte grundsätzlich von einem großen, kräftigen Burschen gespielt werden. Immerhin wird er ja auch vor den Bloch gespannt.

SHF: Wie bereitest du dich auf die Rolle vor?

Markus: Durch meinen Körperbau bin ich schon mal recht gut vorbereitet. Grundsätzlich braucht es aber schon Kraft- und Ausdauertraining, um gut gerüstet zu sein. Ich habe am 28.01. schließlich einen langen Tag vor mir. Man darf auch das Gewicht der Maske nicht unterschätzen. Hier werden vor allem die Nackenmuskeln ordentlich beansprucht.

Wir bedanken uns recht herzlich bei den beiden und wünschen ihnen viel Glück für das Fisser Blochziehen 2018.

Fisser Blochziehen 

Facebook Fisser Blochziehen

 

Social ShareShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on TumblrShare on LinkedIn

SHF Backstage Newsletter

* Pflichtfelder