Unterwegs in den Bergen: 7 Tipps für mehr Sicherheit beim Bergsport

Ob Wandern, Bergsteigen, Klettern oder Schitouren: Der Bergsport boomt. Immer mehr Sportbegeisterte wollen hoch hinaus – und das nicht grundlos. Die Freude am Sport und die Begeisterung für die Natur sind meistens ausschlaggebende Gründe. Doch in all der Euphorie darf nicht auf die Sicherheit beim Bergsport vergessen werden. Hier erfahren Sie 7 Tipps, wie Sie möglichst sicher in den Bergen unterwegs sein und Ihr Ziel wohlbehalten erreichen können.

Wandergruppe im Gebirge

1. Bergsport sorgfältig planen

Eine ausführliche Tourenplanung ist eine wichtige Grundlage für jede Bergsportart. Falls Ihnen bereits eine bestimmte Route durch den Kopf schwirrt, sollten Sie alle nötigen Informationen im Vorhinein einholen. Um optimal auf die Strecke vorbereitet zu sein, lohnt es sich, Kartenmaterial zu studieren sowie Erfahrungsberichte und Tourenbeschreibungen zu lesen.

Neben all der Planung sollten Sie einen Angehörigen, Freund oder Bekannten über Ihre geplante Tour und den Zeitpunkt Ihrer Rückkehr informieren. Nichts ist nämlich verheerender, wie wenn man sich beim Bergsport verletzt und niemand so recht weiß, wo man ist. Kennt hingegen mindestens eine Person Ihr Vorhaben, kann die Bergrettung Sie im Ernstfall schnell finden.

Foto von Bergschuhen2. Eigene Kondition richtig einschätzen

Ein Großteil der Unfälle in den Bergen passiert durch Selbstüberschätzung. Man dachte vielleicht, man schafft die rote Bergstrecke mit Leichtigkeit. Doch dann muss man feststellen, dass man schon schnell an seine körperlichen Grenzen stößt. Für mehr Sicherheit ist es wichtig, dass Sie Ihre Kondition richtig einschätzen.
Um Überschätzung bestmöglich zu vermeiden, sollten Sie sich langsam an Ihre gesetzten Ziele herantasten. Es macht absolut keinen Sinn – ja, es kann sogar richtig gefährlich sein -, wenn Sie normalerweise nur leichte Wanderungen auswählen und dann plötzlich eine Großglocknertour planen. Steigern Sie also am besten schrittweise den Schwierigkeitsgrad der Strecke!

3. Wetterbericht berücksichtigen

Bergkulisse in TirolAlle Bergsportarten sind natürlich sehr stark wetterabhängig. Je nach Wetter entscheidet sich, welche Ausrüstung Sie brauchen oder ob es vielleicht mehr Sinn macht, die Tour auf einen anderen Tag zu verlegen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie sich im Vorhinein gut über die anstehenden Witterungsverhältnisse informieren. Versuchen Sie dabei die folgenden Fragen für sich zu beantworten:

  • Besteht Gewittergefahr?
  • Ist mit Niederschlag zu rechnen?
  • Welche Temperaturen herrschen im Gebirge?
  • Welche Windstärke ist zu erwarten?
  • Wie ist die Sichtweite in den Bergen?

In jedem Fall sollten Sie Wetterextreme vermeiden. In manchen Fällen können Sie extreme Witterungsbedingungen überraschend treffen. Es ist jedoch möglich, starker Hitze oder Kälte gezielt vorzubeugen. Falls die Temperaturen erbarmungslos steigen, sollten Sie viel trinken und auf den richtigen Sonnenschutz achten. Im Winter gehören Socken, Handschuhe und Mütze in das alpine Gepäck – die Extremitäten kühlen nämlich am schnellsten aus!

4. Auf Zwiebellook setzen

Beim Bergsport sollten Sie auf alle Wetterbedingungen gut vorbereitet sein. Im Gebirge ist ein plötzlicher sommerlicher Wolkenbruch nichts Besonderes und die Temperaturen können stark schwanken. Was zieht man unter solchen Bedingungen also am besten an?
Wir empfehlen den sogenannten Zwiebellook! Das Zwiebelprinzip zeichnet sich dadurch aus, dass Sie viele einzelne Kleidungsschichten tragen. Dadurch fällt es Ihnen leicht, Ihr Outfit schnell abzuändern und den aktuellen Temperaturen jederzeit anzupassen. Außerdem lohnt sich multifunktionelle Kleidung – z. B. aus Merinowolle.

5. Passendes Gepäck mitnehmen

Neben der geeigneten Kleidung stellt sich auch die Frage, was Sie nun eigentlich in Ihren Rucksack packen sollten. Die entsprechende Ausrüstung ist natürlich immer von der Jahreszeit, Dauer und Schwierigkeit der Tour abhängig. Deshalb macht es erst Sinn, Ihren Rucksack zu packen, sobald Ihre Route feststeht. Das folgende alpine Gepäck brauchen Sie allerdings immer:

  • Ausreichend Flüssigkeit
  • Jause
  • Material zur Orientierung (z. B. Karte und GPS)
  • Notfallausrüstung (z. B. Erste-Hilfe-Set)
  • Aufgeladenes Mobiltelefon (mit eingespeicherten Notrufnummern)

Wanderer im Wald

6. Ausreichend trinken

Vielleicht kennen Sie das: Nach einer ausgiebigen Wanderung ist Ihr Körper wie ausgetrocknet und Sie haben den Eindruck, Sie könnten literweise Wasser trinken. Das ist völlig normal! Je nach Wetter und Anstrengung kann ein Sportler – durch das Schwitzen – bis zu einem Liter Flüssigkeit verlieren. Durch den Flüssigkeitsverlust kann sich die Leistungsfähigkeit wesentlich verringern. Deshalb ist es – vor allem an heißen Sommertagen – sehr wichtig, hydriert zu bleiben. Für den Bergsport sollten Sie mindestens einen halben Liter Flüssigkeit mitnehmen. Reines Leitungswasser geht natürlich immer. Ansonsten eignen sich auch weitere Durstlöscher für die sportlichen Aktivitäten. In den Wintermonaten empfehlen sich diese Getränke genauso – zusätzlich zum wärmenden Tee.

7. Versicherung abschließen

Beim Bergsport schwingt immer ein gewisses gesundheitliches Risiko mit. Bei aller Vorsicht kann ein Unfall niemals zur Gänze ausgeschlossen werden. Damit Sie für den Ernstfall vorbereitet sind, sollten Sie sich Gedanken über einen geeigneten Versicherungsschutz in den Bergen machen. Oftmals reicht nur ein Fehltritt und Sie sind auf die Hilfe der Bergrettung angewiesen. Wenn Sie eine umfassende Unfallversicherung abschließen, müssen Sie die anfallenden Kosten für z. B. eine Bergung nicht selbst tragen. Mit einem umfassenden Versicherungsschutz sind Sie für den Fall der Fälle bestens gewappnet!

Sie sind gerne in den Bergen unterwegs, weil Sie das herrliche Naturpanorama lieben? Das können wir sehr gut nachvollziehen! Ihre Sicherheit darf jedoch nicht zu kurz kommen. Diese 7 Tipps helfen Ihnen, beim Bergsport auf der sicheren Seite zu sein.

 

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